Kundendienst: ÖBB Fahrgastinfo guten Tag
Ich: Guten Tag, wann hat der Bahnhof XY (Standort der Redaktion bekannt) heut geöffnet – im Internet find ich nix u auch keine Telefonnummer unter der ich den Bahnhof erreichen könnte.
Kundendienst: Den Bahnhof können sie auch nicht mehr per Telefon erreichen
Ich: Dann sollten sie die alte Nummer auch bei Herold und anderen Diensten löschen lassen.
Kundendienst: Welche Fremdseite die Nummer listet, darauf haben wir keinen Einfluss.
Ich: Haben Sie’s schon mal versucht eine Mail zB an Herold zu schicken, mit dem Hinweis „den Standort, die Nummer gibt’s nicht mehr“
Kundendienst: Ich leite es gerne weiter
....
Nunja, ich bin ja gern nebenberuflich Unternehmensberater
Sherwood - 24. Dez, 07:37
Selten aber doch verirre ich mich in ein Fußballstadion, um des Österreichers liebsten Passivsport beizuwohnen. Jedes Mal begebe ich mich mit einer Mischung aus Vorfreude und Angst zum Ort des Geschehens. Dies liegt aber nicht daran, dass ich darum bange, ob denn die von mir favorisierte Mannschaft siegreich den Platz verlässt, sondern dass ich hoffe, heil wieder nach Hause zu kommen. In der jüngeren Vergangenheit gab es genug Beispiele sinnloser Gewalt in Stadien. Einer der traurigen Höhepunkte, an dessen mediale Berichterstattung ich mich erinnere, war ein Spiel zwischen Rapid und Salzburg, bei dem bengalische Feuer in den Familiensektor der gegnerischen Mannschaft gezielt geworfen wurden.
So wie die hier quasi als Waffe missbrauchten Bengalen, ist die gesamt Pyrotechnik Anlass für heftige Diskussionen und die Positionen sind auf Seiten der Befürworter und der Gegner fix bezogen. Jetzt ist eine entsprechende Choreografie natürlich gut für die Stimmung im Stadion, doch sie muss dort ihre Grenzen finden, wo sie die Sicherheit Unbeteiligter gefährdet. Leider setzen sich aber auch die zivilisierteren der organisierten Fans zu wenig dafür ein, die schwarzen Schafe der eigenen Reihen auszusondern, sondern stürzen sich beispielsweise blind in Solidaritätsbekundungen gegen Stadionverbote.
Nun ist Rapid auch auf europäischer Ebene bereits gut bekannt für seine nicht zähm- und zivilisierbaren Fans und ich frage mich stets, kann der Verein nicht dagegen wirksam vorgehen, oder wollen die Verantwortlichen schlichtweg nicht. Auch diverse Eskalationen rund um Derbys, sind mir noch in schlechter Erinnerung, sodass ich seit Jahren versuche, Events mit grün-weißer Beteiligung möglichst großräumig zu umgehen. Schade finde ich nur, dass ich als braver, interessierter Fan, so von manchen Events wegen des aggressiven Vorgehens einiger Unbelehrbarer quasi ausgeschlossen werde.
Regeln für eine friedliche Stadionkultur
Die deutschen Bundesligaklubs haben unlängst einen umfassenden Maßnahmenkatalog für eine erhöhte Stadionsicherheit (aufgrund eines intensiven Drucks seitens der Politik) erlassen. Schade finde ich beispielsweise, dass bei Spielen ab einer gewissen Spielklasse Alkohol im Stadion verboten ist. Jetzt weiß man natürlich, dass Alkohol enthemmt und dass dies bei besagten gewaltbereiten Unbelehrbaren geradezu kontraproduktiv ist, doch führt auch dieser Umstand dazu, dass ich mir lieber ein Match zuhause erste Reihe fußfrei auf der Couch mit einem richtigen Bier ansehe, als im Stadion, zwangsnüchtern, umgeben von Schlägertrupps. Wenn das die Richtung ist, in die die Klubverantwortlichen gehen wollen, dann kann ich ihnen nur dazu gratulieren.
Der traurige Höhepunkt war vor wenigen Wochen in den Niederlanden, als ein freiwillig eingesprungener Linienrichter in einer der untersten Ligen, nach dem Match am Heimweg von 3 Jugendlichen (15/16 Jahre) zu Tode geprügelt wurde. Da die Fußballszene auch nur ein Spiegelbild der restlichen Gesellschaft ist, frage ich mich schon, in welcher Welt ich lebe. Unterm Strich betrachtet geht es im Fußball zwar um viel, aber sicher nicht um das Leben, doch wenn dennoch ein mehr oder weniger abstrakt Beteiligter dafür sein Leben lassen muss, werde ich ratlos. Da sind dann meine Sorgen über ein alkoholfreies Bier plötzlich von äußerst nachgeordneter Priorität….
robe
Sherwood - 23. Dez, 21:09
Na Gott sei Dank (beabsichtigtes Wortspiel) taucht nach der bevorstehenden Heeresvolksbefragungsabstimmung schon das nächste Demokratie-Event am Himmel (erneutes beabsichtigtes Wortspiel) der Begehrlichkeiten auf: das Kirchenvolksbegehren.
Jetzt haben die Initiatoren endlich die nötigen Unterschriften gesammelt und ich muss sagen, es war wirklich höchste Zeit, dass dieser unduldbare Missstand bekämpft wird. Viel zu groß ist nicht nur die Dominanz sondern geradezu auch die Unterdrückung des Staates durch die (katholische) Kirche. Kruzifixe in Schulen, staatlich subventionierter Religionsunterricht, geförderte Ordensspitäler und subventionierte klerikale Kulturgüter sind nur einige der vorherrschenden Abscheulichkeiten. In Wahrheit müsste das Anliegen der Initiatoren noch viel weiter gehen, um endlich die Kirche entscheidend zurückzudrängen.
Wer A sagt muss auch B sagen
Was bitte haben kirchliche Feiertage im Alltag zu suchen? Wer braucht in einer staatlichen (völlig vom Katholizismus losgelösten) Schule noch Weihnachts- und Osterferien? Sollten unsere Kinder nicht lieber auch zu Christi Himmelfahrt und Fronleichnam in der Schule sitzen und lernen, statt durch die Straßen zu ziehen und Blumen zu streuen?
Die Trennung Kirche und Staat darf allerdings nicht in der Schule enden, sondern muss vor allem auch im Alltag in Fleisch und Blut (jedoch nicht jenes von Jesus Christus) übergehen. Die Wochenend-, Feiertags- und Sonntagsruhe muss ab sofort der Vergangenheit angehören. Künftig sind alle Ämter täglich offen zu halten. Sprunghaft entwickeln sich so Möglichkeiten einer völlig revolutionierten Beschäftigungspolitik aber auch in der Privatwirtschaft: Auch hier muss nicht länger über die Sonntagsöffnung diskutiert werden, da es keinen Grund mehr gibt, diese aus staatlicher Sicht zu limitieren (auch in der Privatwirtschaft gelten logischerweise keine kirchlichen Feiertage mehr und der Arbeitnehmer muss sich mit seinem Arbeitgeber die Teilnahme an entsprechenden Festen wie Gottesdiensten oder Prozessionen ausverhandeln). Für die arbeitende Bevölkerung endet damit aber auch die Beschäftigungsregelung wie wir sie bisher kannten. Neue Arbeitszeitmodelle müssen überlegt werden.
Für die Wirtschaft und damit das öffentliche Steueraufkommen bedeutet dies aber auch den Wegfall des Weihnachts- und Ostergeschäftes. Wenn zu Weihnachten nicht mehr kollektiv frei ist und Weihnachten alle von der kirchlichen Knechtschaft Befreiten eigentlich auch nicht mehr interessieren sollte, besteht auch kein Anlass mehr Geschenke für die Familie zu kaufen.
Das geringere „Übel“?
Und wenn wir dann wieder einen Schritt zurück treten und Alles aus einer gewissen Distanz betrachten, kommen wir vielleicht zu der Erkenntnis, dass das ganze doch keine so gute Idee wäre und wir mit der historisch bedingten, doch nur noch losen Verflechtung zwischen Kirche und Staat im Grunde eigentlich ganz gut leben können und vor allem wollen.
Widrigenfalls: Viel Spaß bei der Sonntagsarbeit, ich gehe lieber einen Tag in der Woche in die Kirche, anstatt überhaupt nicht mehr zu wissen wann eine Woche beginnt und wann sie endet. Und meine Kinder fühlen sich im katholischen Privatkindergarten oder der Privatschule vielleicht auch wohler. Dort müssen sie sich vielleicht an den Anblick des Kreuzes gewöhnen und erhalten eine religiöse Bildung können dafür aber ein paar zusätzliche Feiertage und Ferien, die der Ausübung ihrer Religion, aber auch der Erholung dienen, genießen.
robe
Sherwood - 21. Dez, 18:08
Getreuer Diener deines Landes, die Grundausbildung nähert sich schön langsam dem Ende und dementsprechend hebt sich deine Stimmung und Gemütslage. Doch eine große Hürde gilt es nach wie vor zu überwinden: den ABSCHLUSSMARSCH.
Selbiger wird auch oft GLA (Gefechtsdienstleistungsabzeichen) – Marsch genannt, weil man bei guter Marschleistung und entsprechenden theoretischem als auch praktischem Wissen über die Lehrinhalte der Grundausbildung ein Abzeichen erreichen kann. Dieser Abschlussbewerb dauert etwas 3 Tage und verlangt einem eine Marschleistung von ca. 40 km ab (je nachdem, wie gut man orientieren kann und wie wenig man sich dementsprechend vergeht). Für den Marsch wird die Kompanie in Gruppen zu etwa je 8 Mann aufgeteilt. Die einzelnen Gruppen treten dann gegeneinander an.
Zu den einzelnen Bereichen des Marsches:
Das „Rahmenprogramm“ bildet eben jener oben erwähnte Marsch über 40 km – den größten Teil der Strecke davon mit dem KAZ 2 bzw. zusätzlich ergänzt mit dem Schlafsack und der Unterlagsmatte für die Nächtigung. Mit etwas Pech droht einem ein Teil der Marschstrecke mit dem KAZ 3 – dies hängt allerdings vom Kommandanten ab. Ein Großteil der Strecke wird bereits am ersten Tag absolviert und am 2. Tag erfolgt dann lediglich der verbleibende Rest, wobei hier zumeist die zeitaufwendigeren Stationen angesetzt werden. In der Nacht muss man sich die Ruhe auch erst verdienen, da zuerst das Zelt aufgestellt werden muss – unter Zeitdruck natürlich und mit abschließender Benotung. Außerdem muss in der Nacht noch eine Wache gestellt werden, damit erstens nichts abhanden kommt, zweitens im Winter das Feuer nicht ausgeht und drittens der Feind (welcher Feind?) nicht unbemerkt angreift.
Der Marsch wird aufbereitet mit verschiedenen Stationen die allesamt benotet werden und natürlich auch Punkte einbringen können, welche anschließend mit der Marschzeit das Klassement ergeben.
Gefordert werden:
• Orientieren im Gelände (marschieren mittels einer Bussole – eine Art Kompass), anfertigen einer Marschskizze und Kartenlesen (Kennen der Kartenzeichen)
• Funken: jede Gruppe ist mit einem Funkgerät ausgestattet, um die Kommunikation innerhalb der Kompanie (mit dem Kommandanten) zu sichern – was bei der Qualität unserer Funkgeräte ohnehin nicht möglich ist.
• Schießen: während dem GLA Marsch hat man auch noch einmal die Gelegenheit scharfe Munition in die Hand zu bekommen und so sein Können beim Hantieren mit der Waffe (neben dem auseinandernehmen und zusammensetzen) unter Beweis zu stellen.
• Bewegungsformen: tja im „Gefecht“ bleibt einem auch das lästige Kriechen, Robben und Gleiten nicht erspart.
• Mutprobe: ein ordentlicher Soldat darf natürlich auch die Gefahr nicht scheuen, und um das zu beweisen muss man entweder einen Fluss über 2 Seile überqueren oder sich auf einer „Rutsche“ aus Ästen und Seilen abseilen.
• Eine Mischung aus Geschicklichkeit, Kraft und Mut verlangt einem die HIB (Hindernisbahn) ab. Dort gilt es diverse Hindernisse in möglichst kurzer Zeit zu überwinden. Bekannt ist vielleicht die „Löwengrube“ (etwa 2.5 m tief und 4 senkrechte Wände rundherum
• Zeltbau – haben wir bereits vorher besprochen.
• ABC – Anziehen der Selbstschutzausrüstung und schnelles Aufsetze der Schutzmaske.
• Nebenbei wird dann auch noch das theoretische Wissen über alle möglichen Gebiete geprüft.
Ausfallen, sprich Aufgeben sollte übrigens auch keiner aus der Gruppe, denn das gibt wieder Abzugspunkte für die ganze Gruppe und kostet so eventuell den als Belohnung für den Sieger versprochenen dienstfreien Tag. Also marschiert jeder unter Schmerzen und der Erschöpfung nahe weiter.
Ach ja, und was macht der Innendienst währenddessen? – NICHTS. Ohja, ein bisschen putzen, Geräte durch die Gegend räumen und vor allem Pause. Und während die anderen vom Marsch mit Blasen, Wunden und viel viel Dreck heimkehren und die Ausrüstung reinigen, putzt auch der Innendienst diverse Gegenstände wobei ihnen erst so richtig bewusst wird, wie unangenehm es draußen gewesen ist.
Dafür haben die, die mitmarschierten die Gewissheit und das Bewusstsein, sich und die Natur bekämpft, und den GLA erfolgreich gemeistert zu haben – eine echte Alternative.
Viel Spaß beim Marschieren.
Euer
General SINNLOS
Sherwood - 18. Dez, 21:03
Ja, es geht auf zur Feldwoche, denn dieses Ereignis ist jedem (ehemaligen) Präsenzdiener ein Begriff.
In Allentsteig befindet sich der größte Truppenübungsplatz Österreichs. Medial ist dieser Ort durch diverse Unfallgeschichten hinlänglich bekannt, weil sich dort immer wieder Granaten in umliegende Ortschaften verfliegen, oder wie zuletzt ein Panzer mal irgendwo umkippt.
Egal ob in der Gluthitze des Sommers oder bei eisigster Kälte im Winter – unweigerlich verbunden mit körperlichen und vor allem auch seelischen Martereien und ärgsten Schikanen. Rückblickend überwiegen allerdings speziell bei der Feldwoche die guten Erinnerungen und die Selbstbestätigung, sie überstanden zu haben.
Die Feldwoche, deren Lehrinhalte vom einfachen „Leben im Felde“ bis zu strapaziösen Gefechten reicht, beginnt mit der Verlegung mittels der bereits beschriebenen MTWs nach Allentsteig (oder sonst wo hin). Den Platz auf der Ladefläche teilt man sich mit dem KAZ 3 und diversen anderen Ausrüstungsgegenständen. Am Besten plaziert man sich selbst auf die Mitte der Sitzbank – dort ist man am Wenigsten vom Fahrtwind bzw. den von hinten hineinströmenden Abgasen bzw. Regengüssen belästigt.
Der erste Lehrinhalt besteht wie bereits erwähnt aus dem „Leben im Felde“. Dies bedeutet den Verzicht auf alle Annehmlichkeiten und die Abkehr von der Zivilisation. Also: das Verspeisen diverser Fressalien vermengt mit Erde und Grünzeug, welches immer im Essgeschirr verweilt, „schlafen“ in einem 8-Mann Zelt verbunden mit dem Inhalieren von Staub und Russ des Ofens (in der Früh erwacht man mit Krämpfen, weil es unmöglich ist die Füße auszustrecken, aber dafür wird der Tag zumeist so anstrengend, dass man die Füße ohnehin nicht mehr spürt). Geschlafen wird übrigens mit den Schuhen (daher kann es durchwegs zu Durchblutungsstörungen in den Zehen kommen, weil man 5 Tage und Nächte lang mit denselben Schuhen ohne Pause herumläuft) und teilweise mit dem Kampfgeschirr – es könnte schließlich in der Nacht einen Alarm geben, weil der Feind (wo haben wir bitte einen potenziellen Feind) angreift.
Wenn man nicht in Zelten untergebracht ist, dann nächtigt man in Barracken, die allerdings keinesfalls bequemer sind.
Die „Körperpflege“ (kein einziges mal duschen während der ganzen Woche) erfolgt ungeachtet der Temperatur mit nacktem Oberkörper – dementsprechend gründlich wird sie oftmals erledigt – Zähne putzen logischerweise nur mit erdigem Wasser.
Zur körperlichen Ausbildung:
Auf der Feldwoche beschäftigt man sich die meiste Zeit mit diversen Kriegsspielchen und Bewegen im Gelände (=Vorwärtskommen in „Schützenreihe (mit 2 Rekruten als Kanonenfutter vorne weg, denn der einfache Soldat ist schließlich nichts wert) bzw. „Schützenkette“). Wobei ihr den Satz „Je näher dem Feind, desto näher dem Boden“ bald nicht mehr lustig finden werdet. Hierfür gibt es die Bewegungsformen: KRIECHEN, ROBBEN und GLEITEN, die mit dem KAZ äußerst schwer fallen (natürlich kann es mal passieren, dass einem die Ausbilder ein Brennesselfeld durchrobben lassen). Zwischendurch kriecht man auch durch diverse Bäche und Sümpfe – deshalb sollte man die Feldschuhe vorher gut einfetten, damit das Wasser, welches oben hineinrinnt, unten nicht mehr hinaus kann).
Angesichts dieser vielen Annehmlichkeiten und der Tatsache, dass das Wetter äußerst bezaubernd sein kann, wäre es natürlich eine Überlegung wert, sich mit vorgetäuschtem Fieber auf die Sanitätsstation zu legen (dafür nimmt man unter Umständen ein Wochenende auf dem Krankenrevier in Kauf).
Wie bereits zu Beginn angesprochen, ist es aber wirklich ein äußerst gutes Gefühl, diese Woche unbeschadet überstanden zu haben und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe wird besonders gestärkt.
Viel Spaß
Euer General SINNLOS
P.S.: Viele Einheiten nützen die Feldwoche um die Scharfschießübungen zu absolvieren und wenn man scharfe Munition im StG hat, sind die Ausbildner ausnahmsweise mal ruhig und höflich – genießt diesen kurzen Moment, er wird nicht lange anhalten.
Sherwood - 13. Dez, 21:05
Nun sind die Schulzeit und auch die Unizeit mitunter bereits ein paar Jährchen vorbei, doch im Interesse des lebenslangen Lernens will man sich auch im Erwachsenenalter noch geistig fit halten und laufend fortbilden. Bildungsangebote findet man ja zur Genüge und so habe auch ich in der letzten Zeit diverse Weiterbildungen sowohl im Freizeitbereich als auch im Job besucht. Das dabei gebotene Niveau spottet mitunter aber jeder Beschreibung.
Also habe ich eine persönliche Hitliste mit miserablem Erwachsenenbildungsquark erstellt:
Top 1: Themenverfehlung
Offensichtlich ist es gerade en vogue die Ankündigung mit möglichst tollen Sprüchen und Inhalten auszuschmücken, um ja den Auftrag zu bekommen, oder sonst gebucht zu werden. Viel zu oft bleiben die Inhalte dann aber hinter den Erwartungen und vor allem den Ankündigungen zurück. In der Schule hätte es dafür eine glatte „5“ für Themenverfehlung gegeben.
Top 2: Zeitdisziplin
Die Zeitdisziplin lässt oft sowohl seitens der Vortragenden (wofür präsentieren die eigentlich eingangs oder bei der Ankündigung einen Zeitplan, der dann oft auch gemeinsam vereinbart wird) als auch seitens der Teilnehmer zu wünschen übrig. Offensichtlich nehmen immer mehr Menschen an Weiterbildungen teil um entweder zu netzwerken oder aber nichts Anderes (im Büro) machen zu müssen. Kaffeepausen nehmen unfassbare Ausmaße an und vor allem bei mehrtägigen Seminaren nähert sich der Beginn in der Früh immer mehr der Mittagspause. Plaudern ja – vorher oder nachher – aber zwischendurch möchte ich bitte Inhalte präsentiert bekommen, für die ich oftmals auch bezahlt habe.
Top 3: Leistungsniveau
Die Vortragenden sind mitunter schlecht vorbereitet, nicht auf dem letzten Stand oder schlichtweg bei der ersten oder spätestens zweiten vertiefenden Frage fachlich völlig überfordert. Und wenn die fachliche Qualifikation einmal völlig außer Streit steht, hapert es oft in anderen Belangen (siehe sogleich Top 4).
Auch die Teilnehmer sollten sich und ihr eigenes Niveau mitunter kritisch hinterfragen (vor allem wenn gewisse Mindestkriterien für Kurse angegeben sind). Kleiner Tipp: Schuster bleib‘ bei deinen Leisten – ich komme schließlich auch nicht auf die Idee ein Seminar für Kernphysiker zu besuchen, nur weil ich in der Oberstufe einmal ein Referat über das Atom gehalten habe.
Top 4: Didaktik
Viele Menschen hatten offenbar immer schon den Traum Lehrer zu werden (entweder aufgrund des übersteigerten Drangs andere immer belehren zu müssen oder weil die Ferienregelung so nett ist), sind aber beim Fach Pädagogik erbarmungslos durchgefallen. Dies ist noch lange kein Grund erwachsene Leute mit Methoden zu drangsalieren, die weder in der Waldorfschule noch in einer Diktatur auch nur von entferntester Verwendbarkeit wären. Bei manchen Vortragenden habe ich das Gefühl die Ausbildung entstammt dem Gedanken „Und jetzt mache ich den Seminarreferenten – bei Humboldt“ (um den populärsten Erwachsenenbildner auch noch ein wenig persifliert unterzubringen).
Mein letztes Highlight
Im Rahmen eines postgradualen Masterstudiums lese ich in der Lehrveranstaltungsbeschreibung folgenden Satz sinngemäß: „Bei der Beurteilung wird auch auf saubere Bearbeitung, eine korrekte Grammatik und Beistrichsetzung sowie Dokumentation mit Bildern und Screenshots geachtet.“ Wie jetzt – und soll ich vielleicht auch noch eine Zierzeile wie in der Volksschule machen, damit ich ein Sternchen bekomme? Na gut, kann ja sein das der Professor in der letzten Zeit mit einem Übermaß an Arbeiten im „quick and dirty“ style überhäuft wurde. Bevor ich mich in Verständnis üben möchte, stolpere ich über einen weiteren Satz in seiner Beschreibung: „Wichtig ist auch, die Motivation der Arbeit (gemeint Seminararbeit) darzustellen.“ Hm – wie bitte soll eine Arbeit selbst motiviert sein? Ich kann eine Motivation für die Arbeit haben, aber andersrum? Wäre schön wenn der Herr Professor denselben Anspruch hinsichtlich Grammatik auch an sich selbst wie an die Studierenden legen würde!
Sherwood - 5. Dez, 19:57
Ein weiteres wichtiges Ausbildungsziel, das in den ersten Wochen erreicht werden sollte, ist das Exerzieren. Es wird benötigt, um in der Öffentlichkeit bei diversen Aufmärschen ein gutes Bild zu machen, und intern den Dienstbetrieb durch langwierige und komplizierte Meldungen zu erschweren.
Außerdem wird auf das Exerzieren in den ersten Wochen so großer Wert gelegt um die Uniformität und das Gemeinschaftsgefühl der Einheit zu stärken. Weiters ist es dabei sehr einfach die ganze Gruppe/den ganzen Zug oder gleich die ganze Kompanie einheitlich „zur Sau zu machen“. Die Ausbilder können herumschreien, ihre geistige Armut beweisen und sich noch obendrein äußerst gut vorkommen, während sie dadurch von den Rekruten nur noch mehr verachtet werden – es ist also für jeden etwas dabei (auch für die Fanatiker, die es mit Begeisterung genießen wie Dreck behandelt zu werden). Grundsätzlich ist in der „Einteilung“ absolut alles verboten: essen, trinken, rauchen, sprechen, schneuzen, kratzen und überhaupt jegliche Bewegung, die nicht befohlen wird.
Beim Exerzieren ist das einheitliche Auftreten deshalb von so besonderer Wichtigkeit, weil eine Armee bereits bei der Adjustierung ihre Kompetenz unter Beweis stellt – schließlich erweckt eine Uneinheitlichkeit bei der Bevölkerung den Eindruck dass diese Armee mit größeren Problemen gar nicht erst fertig werden würde (so steht es zumindest in einer Mitteilung des BMLV).
Im Klartext bedeutet diese Einheitlichkeit, dass für alle die gleichen Regeln, Kommandos und insbesondere die gleichen BekleidungsVorschriften gelten. Demnach exerzieren im Winter entweder alle mit Handschuhen oder keiner (und es kann ziemlich kalt sein, wenn ein einziger die Handschuhe vergessen hat) beziehungsweise im Sommer haben dann vielleicht alle unnötigerweise die Jacke beim „Eilmarsch“ an (nur weil ein Schlaumeier auf die Idee gekommen ist, sie anzuziehen). Darüber freuen sich dann immer die Ausbilder, da sie ein schwaches Glied fertig machen können, bis es bricht. Andererseits hört man aber auch immer wieder, dass eine Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied. Diese beiden Standpunkte verhalten sich zueinander sehr widersprüchlich, und dennoch existieren sie oft in ein und der selben Einheit parallel.
Jetzt ein wirklich wichtiger Hinweis:
Wie oben angeführt, gelten die Bekleidungsvorschriften für die gesamte Einheit. Von den Ausbildnern wird gern „übersehen“ oder „vergessen“, dass auch sie Teil dieser Einheit sind. Entsprechend der internen Ausbildungsrichtlinien, muss der Kommandierende die selbe Adjustierung haben, wie seine Truppe. Also wer mutig genug ist (z.B. der Soldatensprecher) kann gern den Ausbildner darauf hinweisen, dass auch er im Sommer bei 35 Grad im Schatten mit der „Feldjacke Schwer“ durch den Kasernenhof spazieren muss. Diese Ausbildungsrichtlinien werden sehr gerne unter Verschluss gehalten und ebenso gerne ignoriert – frühestens ein Monat vor dem Abrüsten bekommt man sie als besonders investigativer Rekrut zu Gesicht – aber da ist ohnehin schon alles zu spät.
Schließen will ich mit einem Zitat des Kabarettfilmes „Atompilz von Links“:
„Net im Habt Acht“
(dies ist der Standardwortgebrauch der Kommandanten, wenn eine der oben beschriebenene Tätigkeiten – kratzen, reden, ... – ausgeführt wird).
Euer
General SINNLOS
Sherwood - 4. Dez, 19:16
Geografie zum Einstieg
Israel liegt nicht in Europa. Soweit die wohl unumstrittene Feststellung zum Einstieg (zumindest wenn man den Lehrplänen ab der Volksschule trauen darf).
Die UEFA (Union des Associations Européennes de Football) ist – salopp gesprochen – zuständig für den Europäischen Fußball: Soweit die Selbstdefinition dieses Verbandes.
Israelische Fußballmannschaften dürfen an den Wettbewerben der UEFA teilnehmen, Israel kann theoretisch Fußballeuropameister werden und Israel spielt bei der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft gegen europäische Länder: Klingt komisch, ist aber so.
Diese geografische Unlogik wird zum einen mit dem sportlichen Faktum erklärt, dass Israel (und seine Mannschaften) weit stärker sind als die asiatischen Konkurrenten und somit der sportliche Wettbewerb in Europa ein größer/besser ist. (Könnte übrigens im Gegenzug Österreich in der asiatischen Liga mitspielen, damit wir auch wieder einmal die Chance haben uns für eine WM zu qualifizieren?) Ein Faktum ist aber auch, dass ob der politischen Gegebenheiten jedes Fußballspiel einer israelischen Mannschaft gegen eine asiatische (beispielsweise aus dem Iran, Libanon, Syrien oder Jordanien) nicht nur ein Hochrisikospiel wäre, sondern einem bereits brennenden Pulverfass gleich käme.
„Jetzt ist schon wieder was passiert“
Eben ob dieser politischen Gegebenheiten wird alle paar Jahre ein Fußballspiel einer israelischen Mannschaft gegen eine europäische abgesagt, verlegt oder kann sonst wie nicht planmäßig durchgeführt werden. Zuletzt wurde das Europa-League Spiel von Hapoel Kiryat Shmona gegen Athletic Bilbao abgesagt. Auch die österreichische Nationalmannschaft hat vor einigen Jahren die Reise nach Israel ohne eine Vielzahl an Stammspielern angetreten, weil diese schlicht weg Angst um ihre Sicherheit hatten.
Ohne die politischen Verhältnisse im Nahen Osten (be)werten zu wollen, stellt sich für mich die sportliche Frage, warum die UEFA Israel als Mitglied weiter behält. Von einem Mitglied würde ich mir erwarten, dass es alles in seiner Macht stehende tut, um faire und vor allem sichere Verhältnisse zu gewährleisten. Dazu zählen – nennen wir es einmal höflich – „Grenzstreitigkeiten“ ebenso wenig wie sonstige mehr oder weniger offene Kriegshandlungen. Aus sportlicher und auch aus politischer Sicht sollte Israel dankbar für die Aufnahme/Duldung in der UEFA sein, denn die Alternative wären die eben beschriebenen Spiele gegen die unmittelbaren Nachbarn – oder schlichtweg keine Teilnahme mehr an diversen internationalen Wettbewerben.
In einem mittlerweile mehr oder weniger friedlichen Europa sehe ich keine Notwendigkeit Krisen und Gewalt zu importieren.
Sherwood - 25. Nov, 16:59